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Den Umgang mit der chronisch entzündlichen Darmerkrankung lernen.
Die Symptome an denen Patienten mit Colitis ulcerosa leiden sind grundsätzlich recht unterschiedlich. Am Anfang der Erkrankung werden unspezifische Symptome im Magen-Darmbereich, die unbedenklich zu sein scheinen, beschrieben. Treten Sie allerdings häufiger und mit zunehmender Intensität auf, so kann dies das erste Signal einer Colitis ulcerosa sein.
Das Leitsymptom der Colitis ulcerosa ist der schleimig blutige Durchfall. Daneben treten Leistungsabfall und Müdigkeit sowie Appetit und Gewichtsverlust auf. Die Symptome sind typisch zu Beginn einer Colitis ulcerosa, können aber auch bei jedem neuen Schub begleitend auftreten.
Daneben gibt es Manifestationen der Colitis ulcerosa an anderen Organsystemen wie Haut, den Augen, Gelenken und Gallengängen: sogenannte extraintestinale Manifestationen. Diese Symptome können mit der Schwere bzw. der Entzündungsaktivität der Colitis ulcerosa korrelieren sich aber auch unabhängig von dieser entwickeln. Lässt sich die Colitis ulcerosa medikamentös als Grundkrankheit gut behandeln und kontrollieren so wirkt sich dies meist auch auf die extraintestinalen Symptome aus.
Die Colitis ulcerosa ist keine Erkrankung mit kontinuierlichen und anhaltenden Beschwerden, sondern sie kann bei jedem Patienten bezüglich Dauer und Intensität der Symptome sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Es gibt somit Patienten mit einem leichten Krankheitsverlauf, die lange symptomfrei sind und nur in der aktiven Krankheitsphase medikamentös Unterstützung benötigen. Bei einem schweren Verlauf der Colitis ulcerosa ist es heute meist möglich die Erkrankung zufriedenstellend zu kontrollieren und die gewohnte Lebensqualität der betroffenen weitgehend zu erhalten.
Seltene Komplikationen der Colitis ulcerosa sind eine sogenannte akute Erweiterung des Darmes (toxisches Megakolon) oder Blutungen die so stark sind das auch Bluttransfusionen erforderlich sind.
Bei Patienten mit Colitis ulcerosa ist das Darmkrebsrisiko erhöht, sodass regelmäßige Darmspiegelungen in definierten Abständen von z. B. 2 Jahren je nach Erkrankungssituation durchgeführt werden sollten. Eine weitere mögliche begleitende Komplikation bei Colitis ulcerosa ist die primär sklerosierende Cholangitis (PSC) die meist durch eine Erhöhung der Leber- und Cholestaseparameter bei der Blutkontrolle auffallen.
Für die Colitis ulcerosa stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die dabei auftretenden möglichen Nebenwirkungen müssen entsprechend der Individualität des jeweiligen Patienten angepasst werden.
Es existieren generell mehrere Formen der Therapie:
Entzündungsprozesse werden durch verschiedene Botenstoffe, sogenannte Zytokine, gesteuert. Zu den bedeutendsten Vertretern, die am Entzündungsprozess bei Colitis ulcerosa beteiligt sind, gehören der Tumornekrosefaktor alpha und die Interleukine 12 und 23. Aufgrund der Überproduktion dieser Moleküle bei Colitis ulcerosa heilt die Entzündung nicht mehr richtig ab. Mit Biologika greift man an diesen Stellen ein und kann somit die Entzündung abschwächen und unterbinden, sowie helfen die Erkrankung langfristig zu kontrollieren.
Für die Therapie der Colitis ulcerosa stehen heute zahlreiche verschiedene Biologika zur Verfügung, die sich bezüglich Wirkmechanismus und Anwendung unterscheiden. Sie werden zum Teil in Studien eingesetzt und werden bei Resistenzentwicklung entsprechend ausgetauscht.
Im Schub einer Colitis ulcerosa kommt es zum Wiederaufflammen einer Dickdarmentzündung. Dabei kommt es zu einer Schädigung der Schleimhaut die folgende Symptome bewirkt:
Entsprechend der Stärke der Entzündungsreaktion unter Ausbreitung selbiger im Darm variiert auch die Stärke der Beschwerden. Im akuten Schub sollte unbedingt der behandelnde Gastroenterologe aufgesucht werden, um die einzuleitende Therapie zu besprechen.
Ziel der Colitis ulcerosa Therapie sollte sie in jedem Fall sein, die Entzündungsreaktion im Schach zu halten und damit die Beschwerden zu minimieren. Patienten mit Colitis ulcerosa sind für Magen-Darminfektes anfälliger. Ob letztendlich ein Infekt oder ein Schub vorliegt, muss vom Arzt entsprechend diagnostiziert werden. Bei einem unkomplizierten Magen-Darminfekt liegen in der Regel keine blutigen Durchfälle vor.
Die Länge eines Schubes bei Colitis ulcerosa lässt sich nicht vorhersagen. Verabreichte Medikamente sollen die Entzündungsreaktion eindämmen oder die Aktivität des Immunsystems unterdrücken um den Schub zu beenden und die Remission der Colitis ulcerosa einzuleiten. Die Wirksamkeit der Medikamente ist individuell und hängt davon ab wie ausgeprägt die Entzündung ist. Bei nicht vollständig zu erreichender Remission spricht man von einem chronisch-aktiver Verlauf. Auch in diesem Verlauf variiert die Intensität der Krankheit.
Die Schwere des Schubs wird entsprechend des Hb-Abfalls bei blutigen Stuhlgängen sowie der Erhöhung der Körpertemperatur, der Blutsenkungsbeschleunigung sowie der Herzfrequenzbeschleunigung bestimmt.
Zur Auslösung eines Schubs kann es durch das vergessene oder selbstständige Absetzen remissionserhaltender Medikamente kommen. Das belastende Lebensereignisse, eine psychische Belastung und Stress einen Schub auslösen konnte bisher nicht nachgewiesen werden.
Es gibt kaum einen Lebensbereich: Beruf, Freizeit, Partnerschaft, Freunde, der durch Colitis ulcerosa nicht beeinträchtigt werden kann. Häufig ist die Lebensqualität eingeschränkt. Eine konsequente Therapie ist immer die wichtigste Maßnahme, um gegen die Erkrankung selbst und ihre Folgen auf den Alltag vorzubeugen.
Eine Anpassung des individuellen Lebensstils kann einen positiven Effekt auf die Lebensqualität des Patienten mit Colitis ulcerosa haben.
So können eine Ernährungsumstellung oder auch das Erlernen einer gezielten Entspannungstherapie sowie eine regelmäßig sportliche Betätigung sehr hilfreich sein um die individuelle Lebensqualität zu verbessern und zu erhalten. Hierzu kann die Durchführung einer gastroenterologischen Rehabilitation, die jedem Patienten mit Colitis ulcerosa alle 4 Jahre möglich ist, eine gute Hilfe darstellen.
Es konnte gezeigt werden, dass eine regelmäßige sportliche Aktivität einen positiven Einfluss auf Krankheitsverlauf und Lebensqualität haben. Fitness und Beweglichkeit werden verbessert und können einer Osteoporose vorbeugen. Ein erhöhter Blutdruck kann über eine regelmäßig sportliche Bewegung gesenkt werden und die Durchblutung des Körpers verbessert werden. Darüber hinaus konnte durch sportliche Betätigung eine positive Beeinflussung des Immunsystems und ein Abbau von Stress-Hormonen mit erhöhter Stresstoleranz gezeigt werden.
Im Rahmen der medizinischen Rehabilitation bei Colitis ulcerosa ist es alle 4 Jahre in einer Zeit von 3 - 5 Wochen möglich den Ernährungszustand, die körperliche Leistungsfähigkeit sowie auch den Muskelaufbau zu verbessern. Ein dosiertes körperliches Trainings ist bei den meisten gastroenterologischen Patienten mit Colitis ulcerosa unbedenklich möglich und trägt zu Erhöhung von Fitness und Steigerung des Wohlbefindens bei.
Spezifische Schwerpunkte bei der medizinischen Rehabilitation eines Colitis ulcerosa Patienten sind die Erreichung einer Krankheitsstabilisierung, eine Ernährungsberatung (Nahrungsmittelallergie ausgewogene Ernährung, Beeinflussung der Stuhlkonsistenz, Gewichtsnormalisierung, Schulungen zum Umgang mit Krankheitsfolgen (z. B. Stomaberatung), Psychosoziale Stabilisierung, Beratung zur individuellen Belastung im Alltag und Beruf, Steigerung der körperlichen und psychischen Belastbarkeit, Vorbereitung der beruflichen Reintegration.
Ein spezielles Nachsorgeprogramm für gastroenterologische Patienten trägt im Sinne der Nachhaltigkeit zu Remissionserhalt und Verhinderung eines Colitis ulcerosa Schubs bei.