Die MEDIAN Kaiserberg-Klinik Bad Nauheim hat in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Frankfurt das „Frankfurter Konzept“ entwickelt – eine stationäre Cochlea-Implantat-Frührehabilitation. Basierend auf den Erfolgen dieses Modells wurde im September 2024 erstmalig eine neue Indikationsgruppe für Anschlussheilbehandlungen (AHB) eingeführt. Diese ermöglicht eine frühzeitige und unbürokratische Nachsorge für Patient*innen nach dem Einsetzen eines Cochlea-Implantats (CI).
„Dank der AHB können unsere Patientinnen und Patienten ihr Implantat früher nutzen und schneller wieder aktiv am Leben teilnehmen“, betont Prof. Dr. Stephan Hoch, Chefarzt der MEDIAN Kaiserberg-Klinik Bad Nauheim. „Das verkürzt nicht nur den Rehabilitationsprozess, sondern verbessert auch die soziale und berufliche Wiedereingliederung erheblich. Die AHB ist ein Meilenstein für Patienten mit Cochlea-Implantat.“ Die MEDIAN Kaiserberg-Klinik Bad Nauheim und die MEDIAN Klinik am Burggraben Bad Salzuflen sind bisher zwei von wenigen Einrichtungen in Deutschland, die für die neue AHB für CI-Patient*innen zertifiziert worden sind.
Bereits seit 2006 sind stationäre Rehabilitationsmaßnahmen für CI-Träger fester Bestandteil des Klinikangebots. Doch lange Wartezeiten und bürokratische Hürden erschwerten die zeitnahe Aufnahme. Die Integration in den AHB-Indikationskatalog sorgt nun für eine schnellere Reha-Einleitung. Eine Studie in Zusammenarbeit mit der HNO-Uniklinik Frankfurt und der Deutschen Rentenversicherung Bund belegte, dass Patient*innen mit der neuen AHB-Option durchschnittlich vier Monate früher dieselben guten Hörergebnisse erzielen wie bei der konventionellen Aufnahme.
Vielfältige Vorteile der CI-AHB
Mit dieser Behandlungsinnovation wird ein zentraler Aspekt der CI-Leitlinie optimiert: Die leitliniengerechte Folgetherapie sichert eine qualifizierte Weiterbehandlung, um das Potenzial des Cochlea-Implantats bestmöglich auszuschöpfen.
Wie funktioniert ein Cochlea-Implantat?
Ein Cochlea-Implantat ist eine elektronische Hörprothese, die das Innenohr ersetzt. Durch eine Elektrode wird der Hörnerv stimuliert, sodass taube oder hochgradig schwerhörige Patienten wieder hören können. Um das Sprachverstehen effizient zu trainieren, ist eine stationäre Rehabilitation besonders wirkungsvoll. Dieses Konzept wurde bereits 1998 von Dr. Roland Zeh, ehemaliger Chefarzt der MEDIAN Kaiserberg-Klinik Bad Nauheim und selbst CI-Träger, erfolgreich etabliert.